Dyckerhoff klViele Neuigkeiten erfuhren jetzt die Mitglieder der SPD-Fraktion und einige der neuen Ratskandidaten gemeinsam mit Bürgermeisterkandidat Hendrik Henneböhl bei einem Besuch der Firma Dyckerhoff. Bekanntlich hat der Konzern vor etwa zwei Jahren das Zementwerk Seibel und Söhne in Erwitte am der Berger Straße/Hüchtchenweg gekauft und mittlerweile die Zementproduktion eingestellt. Ansprechpartner von Dyckerhoff waren Franz-Josef Barton, Leiter der Werksgruppe Nord, und Michael Rump, der unter anderem federführend den Standort in Erwitte betreut. Franz-Josef Barton machte zu Anfang deutlich, dass man mit dem Erwerb die Position von Dyckerhoff im deutschen Zementmarkt gestärkt hat, um die Effektivität der bestehenden Dyckerhoff Werke im Produktionsnetzwerk zu optimieren.  Die Auslastung etwa des Werkes in Geseke wurde dadurch weiter gesteigert.

 

Zunächst ging es um den Verlust der Arbeitsplätze. Hier konnten die Firmenvertreter glaubhaft nachweisen, dass man sich um einen ordentlichen Sozialplan gekümmert habe: Mehrere Mitarbeiter wurden in andere Dyckerhoff-Werke in Geseke oder in Lengerich vermittelt, "manchmal ist es aber einfach an der Mobilität gescheitert", so Barton. Andere Kollegen seien bei den Mitbewerbern in Erwitte z.B. der Firma Spenner untergekommen, oder aber in Betrieben ähnlicher Ausrichtung. Auch über Abfindungen konnte zumeist eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Auch von den entsprechenden Gewerkschaften gab es sehr viel Zustimmung.

Ein weiteres Thema war die Folgenutzung des Werksgeländes, das ungefähr 17 Hektar umfasst. Franz-Josef Barton führte aus, dass es mittlerweile wöchentlich Anfragen gibt von Firmen, die gerne Teile der Werksgebäude nutzen möchten. Einen besonderen Run gibt es auf die Silos. Allerdings steht die Zweckbindung "Zementwerk" im Regionalplan anderweitiger Nutzung entgegen. Barton appellierte an die Politik, sich gemeinsam mit der Stadtverwaltung dafür einzusetzen, dass diese Zweckbindung entfällt. Danach könne man im engen Einvernehmen mit der Stadt Erwitte sicherlich zahlreiche Gewerbetreibende hier ansiedeln. Für die Werksgebäude gibt es keine Rückbau-verpflichtung, aber man sei zu sinnvollen Lösungen bereit, bei denen es durchaus eine Win-Win-Situation geben könne. "Wir wollen in Erwitte keine verbrannte Erde hinterlassen, sondern arbeiten daran, dass man zukünftig einmal sagen wird: Die Firma Dyckerhoff hat am Standort Erwitte einen guten Job gemacht", so Rump und Barton übereinstimmend.

Auch die Steinbrüche der Firma waren ein besonderes Thema. Bekanntlich ist der Abbau des Kalksteins für die Zementherstellung im Werk eingestellt worden und auch die Sümpfung wurde am 9. April nach Absprache mit der Stadt und weiteren Behörden eingestellt. Die unterschiedlichen Steinbrüche werden derzeit gemäß dem Rekultivierungskonzept bearbeitet und - soweit nötig - nach Plänen des Landschaftsbüros Bölte noch landschaftlich umgeformt. "Was die Vegetation angeht, sind wir uns mit den Umweltverbänden und Aufsichtsbehörden einig, dass dort nicht großartig etwas angepflanzt wird, sondern dass sich im Rahmen einer natürlichen Sukzession die weitere Vegetation dort selbst entwickelt. Die Erfolge sind schon deutlich sichtbar", so Michael Rump.  Erste Teilaspekte der sogenannten Erwitter Senke sind im Zusammenwirken mit anderen Werken mittlerweile umgesetzt worden. Das Ganze könnte "wie Puzzleteile" zunehmend zusammengefügt werden.

Die SPD-Mitglieder regten einen festen Arbeitskreis aus Politik, Vertretern der Zementindustrie, Umweltverbänden und der Stadtverwaltung an, um die weitere Umgestaltung der Erwitter Senke voranzubringen. Tenor: Miteinander reden ist immer besser als übereinander und "Transparenz schafft Akzeptanz". Gemeinsam könne im Süden von Erwitte etwas sehr Schönes Gelingen. "Wir sind für alle Konzepte offen, auch dafür, dass Teile von Steinbrüchen für Menschen zugänglich gemacht werden." Franz-Josef Barton und Michael Rump verwiesen in diesem Zusammenhang auf das Projekt "Mythos Stein" südlich von Geseke, wo Dyckerhoff einen ehemaligen Steinbruch zugänglich gemacht und mit einer hohen Aufenthaltsqualität gestaltet hat.

Auch Bürgermeisterkandidat Hendrik Henneböhl zeigte sich erfreut über die hohe Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft des Werkes. "Bei so viel Offenheit und gemeinsamem guten Willen werden wir hier im Süden von Erwitte sicherlich eine gute Entwicklung voranbringen können", so Henneböhl abschließend.

   
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