Verabschiedung klViele Ratsmitglieder und Ortsvorsteher werden nach dieser Wahlperiode ihre teilweise jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit beenden. Die Verabschiedung fand jetzt im Bürgerzentrum Schmerlecke statt. Bürgermeister Wessel, Kollegen aus Politik und Verwaltung sowie Ortsvorsteher bedankten sich in diesem Rahmen für den Einsatz der scheidenden Personen.

 

Ratsmitglieder

„Meistens ist es uns in der letzten Amtszeit gut gelungen, Sachargumente ohne parteipolitische Scheuklappen abzuwägen. In den meisten Fällen kamen die Ausschüsse oder der Rat zu einstimmigen Ergebnissen“, zog Bürgermeister Peter Wessel ein Fazit der letzten Wahlperiode. Von den Rahmenbedingungen her sei die Amtszeit von 2014 bis 2020 keine gemütliche gewesen, „denn gerade als wir etwas Licht in der düsteren Haushaltssicherung erkannten, kamen einige hunderttausend Flüchtlinge und suchten Schutz in Deutschland“. Auch in Erwitte mussten in kurzer Zeit einige hundert Menschen versorgt werden. „Wir haben das geschafft“, hob Wessel hervor, indem Rat und Verwaltung gehandelt und so den Menschen geholfen hätten.

Die Zwänge der Haushaltssicherung hätten den Druck der Disziplin noch verschärft – „aber wir haben durchgehalten, ohne die gesellschaftlichen Errungenschaften unserer Stadt zu schreddern“. Die Stadt Erwitte habe zudem ihre Selbständigkeit in der interkommunalen Sparkasse Erwitte-Anröchte aufgegeben und sei Teil der großen Sparkasse Lippstadt geworden. „Viel schwieriger“, blickte Wessel zurück, „war der Ausstieg aus der Bäderholding, als Anfang 2018 innerhalb von wenigen Wochen die Insolvenz der Solbad GmbH drohte“. Heimische Investoren sicherten schließlich mit der Übernahme den Fortbestand. Aus den Beispielen zog Wessel den Schluss, „dass ein Rat als Kollegium fast alles schaffen kann, wenn er zusammenhält“. Dieses Miteinander wünschte er auch für die Zukunft.

Mit Dank und Anerkennung verabschiedete Wessel mehrere Ratsmitglieder, die in den letzten Jahren und teilweise Jahrzenten die Entwicklung der Stadt Erwitte mitbestimmt haben. Von diesen Personen (gesondert nebenstehend aufgeführt) hob der Bürgermeister Marita Lange (CDU), Wolfgang Marcus und Hans Fink (beide SPD) hervor, die jeweils 31 Jahre im Rat vertreten waren.

Stellvertretende Bürgermeister

Hans Fink (SPD) und Franz Blöming (CDU) verlassen nach 31 bzw. 26 Jahren nicht nur den Stadtrat, gleichzeitig endet auch ihre elf Jahre währende Amtszeit als stellvertretende Bürgermeister. „Sie haben bei jedem Einsatz die Interessen der Stadt mit guten Ideen und gewissenhafter Vorbereitung hervorragend vertreten. Gerne gebe ich weiter, dass jedes Mal das Echo von ihren Einsätzen ausgesprochen positiv war, denn ihre Souveränität ohne eitle Selbstdarstellung hat bei den repräsentativen Veranstaltungen einen wirklich großartigen Eindruck hinterlassen“, würdigte Peter Wessel seine beiden Vertreter zum Abschied.

Ortsvorsteher

„Die Ortsvorsteher sind die wichtigsten Verbindungsstücke zwischen der Bürgerschaft und dem Rathaus. Sie geben oftmals der Stadt oder dem Ortsteil ein Gesicht oder eine Seele, sie halten die Gemeinschaft im Dorf zusammen.“ Mit diesen Worten leitete Bürgermeister Peter Wessel die Verabschiedung der ausscheidenden Ortsvorsteher ein. Nach jeweils 16 Jahren geben Franz Große-Kleimann (Merklinghausen-Wiggeringhausen), Wolfgang Marcus (Bad Westernkotten) und Ralf Gärtner (Schallern) ihr Amt ab. Elf Jahre war Martin Niehaus (Horn-Millinghausen) Ortsvorsteher, Theo Kaiser (Eikeloh) kommt auf sechs Jahre, während Lothar Spenner (Erwitte) nach fünf Jahren aus dem Amt scheidet.

Bürgermeister

Eine offizielle Abschiedsfeier hatte Peter Wessel abgelehnt. Und so nutzten seine Weggefährten aus Politik und Verwaltung die Veranstaltung, um einige Worte an den scheidenden Bürgermeister zu richten.

Für die Kollegen der Verwaltung sprach sein allgemeiner Vertreter Ralf Linnebur. „Du bist ein homo politicus und ein überzeugter Kommunaler“, sagte dieser an Wessel gerichtet. „Die permanente Notwendigkeit der Konsolidierung der Finanzen sollte sich durch deine elfjährige Amtszeit und die Wahlperioden wie ein roter Faden ziehen.“ Als Höhepunkte und besondere Herausforderungen von dessen Amtszeit zählte Linnebur unter anderem den schwierigen Grunderwerb zum Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Merklinghausen-Wiggeringhausen, die Gründung der Sekundarschule, die Bewältigung der Flüchtlingskrise, die Rettung der Hellweg-Sole-Thermen und das Handeln in der aktuellen Corona-Pandemie auf.

Gemeinsam sei es unter der Regie von Wessel gelungen, Sparmaßnahmen umzusetzen und gravierende Einschnitte in die freiwillige Infrastruktur der Stadt zu vermeiden. Linnebur bezeichnete Wessel unter anderem als mutig, gradlinig, zuverlässig, durchsetzungsfähig und mit hoher fachlicher sowie sozialer Kompetenz ausgestattet. „Und du hast Deine Meinung konsequent vertreten.“

Das Verhältnis zwischen CDU und Bürgermeister war in der Vergangenheit nicht immer konfliktfrei. Launig stellte Fraktionschef Torsten Blöming wohl auch deshalb mit einem Augenzwinkern fest, dass er keine Liebeserklärung abgeben wolle, schließlich sei Wessel „nicht immer Schmusebär“, wie dieser selbst einmal im Patriot-Interview über sich sagte. Blöming, der stellvertretend für alle Fraktionen sprach, schlug allerdings versöhnliche und anerkennende Töne an. Der Bürgermeister habe Meilensteine gesetzt und Krisen gemeistert. „Du hast uns mit Deinem Optimismus angesteckt. Deinen leicht ironischen Unterton werden wir vermissen.“

Auch Peter Wessel selbst nutzte die Gelegenheit, zum Schluss noch ein paar Worte loszuwerden. Die zwei Amtszeiten über mehr als elf Jahre als Bürgermeister seien „spannend und nicht selten anstrengend“ gewesen – „aber die Arbeit hat sich gelohnt, Erwitte ist für die Zukunft gerüstet, vor allem dank weitsichtiger Ratsbeschlüsse.“ Er sei gerne Bürgermeister gewesen – „es war mir eine Ehre, in diesem Amt für unsere Stadt arbeiten zu dürfen.“

 

++++ Zwölf Ratsmitglieder beenden ihre Arbeit ++++

Folgende Ratsmitglieder der Stadt Erwitte wurden verabschiedet, aufgeteilt nach Jahren der Zugehörigkeit:
31 Jahre: Marita Lange (CDU), Wolfgang Marcus, Hans Fink (beide SPD)
26 Jahre: Franz Blöming (CDU)
16 Jahre: Hans-Jürgen Sellmann (SPD), Bert Wieneke (CDU), Lothar Strauch (BG)
11 Jahre: Karl Dietz (BG), Rolf Reen (SPD)
6 Jahre: Carsten Wiesemann-Hesse, Thomas Wodke (beide SPD)
5 Jahre: Thomas Büse (CDU)

Quelle: Text und Foto Tageszeitung Der Patriot

   
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